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Die 5 häufigsten Gründe für Überforderung

Und was du dagegen tun kannst.

Hast du manchmal das Gefühl, dass dir die Zeit davonläuft? Ertappst du dich hin und wieder bei dem Wunsch, der Tag möge 48 Stunden haben? Bist du auch einer dieser Menschen, der sich so viel vornimmt, aber abends dann denkt, dass er nicht einmal die Hälfte geschafft hat? Wie geht es dir an so einem Tag? Und fragst du dich manchmal, warum dir das so häufig passiert?


Durch meine Arbeit und natürlich auch aus Erfahrungen aus meinem eigenen Leben heraus, habe ich ein paar Punkte zusammengetragen, die dazu beitragen, dass wir uns im Alltag überfordert fühlen. Vielleicht erkennst du dich ja in dem ein oder anderen Bereich wieder. Und keine Sorge, zu guter Letzt gibt’s noch ein paar Tipps, was du gegen Überforderung im Alltag machen kannst.

Hier die häufigsten Gründe für Überforderung im Alltag:


1. Du machst mehrere Dinge gleichzeitig.

Wir leben in einer „To go“-Gesellschaft, in der alles gleichzeitig passiert. Essen und Zeitung lesen, sich mit jemandem Treffen und gleichzeitig dauernd aufs Handy schauen, Kochen, Radio hören und die Kinder unterhalten, Büroalltag, Facebook und Telefonklingeln. Vielen von uns fällt es schwer, mit der Aufmerksamkeit bei einer Sache zu bleiben. Auch aus der Stressforschung weiß man, dass Störungen und Unterbrechungen zu den häufigsten Stressauslösern im täglichen Leben gehören. Doch je öfter wir gestört werden, desto länger brauchen wir, um wieder in unsere Tätigkeit hineinzufinden. Dadurch, dass wir versuchen, mehrere Dinge gleichzeitig zu machen oder dauernd zwischen Dingen hin und her wechseln, entsteht schnell das Gefühl, dass uns die Zeit davonläuft. Alles passiert wahnsinnig schnell und gefühlt gleichzeitig.


Der Ausdruck „eins nach dem anderen“ birgt eine tiefe Wahrheit in sich. Diese Zen-Weisheit verdeutlicht, was damit gemeint ist:


„Was machst du, um dich zu entspannen?“, fragt der Schüler seinen Meister. „Nichts“, erwiderte der Meister. „Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich esse, esse ich, und wenn ich schlafe, schlafe ich.“ „Das tun doch alle“, meinte der Schüler darauf. „Eben nicht!“, antwortete der Meister.

2. Du hast keinen Plan.

Das bringt uns auch schon zum nächsten Punkt: keinen Plan haben. Kein Plan bedeutet keine Planung. Keine Planung bedeutet keine Priorität. Keine Priorität bedeutet kein Fokus. Kein Fokus bedeutet, deine Energie fließt überall hin, zerstreut sich und ist nicht gebündelt bei einer Sache. Das kostet Kraft. Mental, emotional und körperlich. Wir befinden uns dann nämlich in einem Zustand des „Reagierens“ auf das, was gerade passiert und nicht im Modus des aktiven Gestaltens. Nimm dir bewusst jeden Tag Zeit (am besten morgens) und überlege dir, was an diesem Tag wirklich wichtig ist und erledigt werden soll. Zum Thema Planung verfasse ich aber noch einen eigenen Beitrag, das würde sonst den Rahmen sprengen. ;-)


Auch schlechtes Zeitmanagement gehört hier mit dazu. Fünf oder zehn Minuten mehr Zeit für etwas einzuplanen, kann manchmal Auswirkungen auf das gesamte Ergebnis haben.


3. Du ignorierst die Signale deines Körpers.

Dein Körper spricht zu dir. Er gibt dir ständig Signale, manche davon sind deutlich, die meisten jedoch sehr subtil. Und darüber hinaus leben wir in einer Gesellschaft, in der es nicht immer toleriert wird, wenn jemand auf die Signale des Körpers hört. Oder ist von euch jemand dabei, der in der Arbeit sagt:

„Bitte entschuldigt mich kurz, ich leg mich schnell für 20 Minuten hin.“?

Oder sagt jemand zu seinem Chef: „Ich habe heute irgendwie keine Lust auf diese Arbeit.“? Vermutlich nicht.

Das Ziel ist also, einen Kompromiss zwischen dem zu finden, was unser Körper will und braucht und dem, was in unserer Umwelt bzw. in unserem Alltag gerade möglich ist.


In meiner Arbeit mit Menschen geht es darum, ihre Resilienz- und Stresskompetenz zu erhöhen und zu stärken. Durch ihre Erzählungen merke ich oft, dass es meist nicht daran liegt, dass sie zu wenig Zeit haben, um Pausen und Regeneration einzuplanen und aktiv für sich zu sorgen, sondern dass sie es schlichtweg vergessen oder als nicht wichtig erachten. Also denk daran: Pausen, Erholung und Dinge, die uns gut tun, klopfen nicht an unsere Tür. Wir dürfen sie aktiv in unser Leben einbauen.


4. Du möchtest alles alleine schaffen.

Freiwillig entscheidest du dich, alles allein zu erledigen. Das mag vielleicht heldenhaft und gut von dir gemeint sein. Es hilft dir, dich unabhängig und frei zu fühlen, kann aber manchmal sehr, sehr anstrengend sein. Manchmal glauben wir aber auch, wir "müssen" alles allein schaffen, weil sonst niemand da ist. Auch das zehrt sehr an unseren Kräften. Sehr oft entspricht das, was wir glauben, jedoch nicht ganz der Realität. Wir versuchen nicht, etwas zu ändern, weil wir im Vorhinein schon davon ausgehen, dass es keinen anderen Weg gibt. Wir gehen nie los, für das, was wir uns eigentlich wünschen. Oder aber wir sind zu stolz, zu ängstlich, zu unsicher, zu stark, um jemanden um Hilfe zu fragen. In jungen Jahren haben wir noch viel Energie, unsere Kompensationsmechanismen funktionieren noch gut, unser Körper hält viel aus, spielt lange mit. Irgendwann kann aber auch das sehr anstrengend werden und der Körper fängt an, leise Signale zu geben. Eine leichte Verspannung im Nacken, Tagesmüdigkeit, Heißhunger, Gemütsschwankungen,...ABER:

Es ist völlig ok, mal nicht zu 100% zu funktionieren, mal nicht alles perfekt zu machen.

UND: Es ist auch völlig ok, sich mal Hilfe zu holen. Das gilt für jeden Bereich – zum Beispiel, sich zu erlauben, einfach ein Fertiggericht zu kaufen, einen Rasenroboter anzuschaffen, die Mutter, einen Freund oder Nachbarn um Hilfe zu bitten. Und, wenn man gar nicht weiter weiß, ist auch völlig legitim, auch einmal eine Beratung oder ein Coaching in Anspruch zu nehmen, um neue Impulse und Perspektiven zu erhalten. Denn auch die Lösung für deine Probleme musst du nicht immer ganz alleine finden.


5. Du orientierst dich an anderen.

Wir können nicht anders. Schließlich erleben und sehen wir den ganzen Tag, wie andere ihr Leben gestalten. Und vor allem durch Social Media und Werbung wird dieses Bild sehr in Richtung „heile Welt, alles ist super und einfach“ verzerrt. Es ist ein Prozess, der im Hintergrund abläuft, unbewusst, sehr subtil und ohne dass wir es merken. Unser Unterbewusstsein wird ständig mit Bildern beschallt, wie etwas zu sein und zu funktionieren hat, wie etwas und man selbst aussehen soll und sogar, was man essen, anziehen und denken soll.


Wenn man nicht achtsam ist, formt das einen Teil unseres Weltbildes und auch, wie wir glauben, dass die Welt und unser Leben zu funktionieren hat. Unbewusst arbeiten wir darauf hin, dass unser Leben auch diesem Bild entspricht.

Denn die „anderen“ sehen ja mit Kind, Hund, Katze, Mann, Kuscheltier und Kochlöffel in der Hand vor ihren sauber geputzten Fenstern mit der Weihnachtsdekoration und dem gepflegten Garten im Hintergrund ja auch toooooootal glücklich aus….

Das ist aber immer eine Momentaufnahme, meistens eine gestellte noch dazu. Es gibt viele Filter. Dass so manches in der Realität aber eine mega Arbeit ist, brauch ich den meisten wohl nicht zu sagen. Ich mag Fenster putzen übrigens überhaupt nicht. Also: Bleib dir treu und mach nicht das, was die anderen machen, sondern das, was dir leicht fällt, wofür Dein Herz schlägt und was du gut kannst. Mach dein Ding, nach deinen eigenen und nicht nach von außen übernommenen Vorstellungen.

Abschließend möchte ich dir noch ein paar Tipps geben, was du tun kannst, wenn du dich gestresst fühlst und du merkst, du bist wieder in deinem Überforderungs-Rad gefangen:


Diese Tipps unterstützen dich in akuten Stress-Situationen und helfen dir unter anderem dabei, allgemein mehr Gelassenheit in deinem Leben zu etablieren:


1. ATMEN:

Wenn du es eilig hast, atme langsam. Mache es dir zur Gewohnheit, dass du in Stress-Situationen immer als erste Reaktion deinen Atem überprüfst! Wie atme ich gerade? Atme ich flach? Atme ich vollständig ein und aus? Halte ich die Luft an? Achte bewusst auf eine tiefe, vollständige und fließende Atmung. Idealerweise kannst du hier deine Ausatmung auch noch etwas verlangsamen, wenn es sich für dich gut anfühlt. Unsere Atmung hat sehr weitreichende Auswirkungen auf unser physisches und psychisches Wohlbefinden. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt noch einen Beitrag dazu verfassen, weil es sehr viel darüber zu sagen gibt. Auch in meiner Arbeit mit BodyTalk und HeartMath spielt die Atmung eine zentrale Rolle und viele Entspannungstechniken, wie Qi Gong und Yoga arbeiten aktiv damit.

2. FOKUS:

Bei akuten Überforderungszuständen: Frage dich: Was ist jetzt in dem Moment gerade wirklich wichtig? Wie wichtig ist dieser Stressfaktor in 5, 50 oder 500 Jahren? Wenn dir alles zu viel wird, nimm dir einen Moment Zeit und überlege: Was ist die EINE Sache, die jetzt gerade wirklich wichtig ist. Konzentriere dich dann nur auf das. Um Überforderung zu vermeiden: siehe Punkt 2 - "Du hast keinen Plan".

3. BALANCE:

Wenn wir lange Zeit etwas tun, das uns keine Freude bereitet, kostet das Energie und schlägt sich auf unsere Stimmung nieder. Es wird anstrengend. Auch, wenn wir über einen längeren Zeitraum versuchen, etwas „durchzudrücken“, wenn wir versuchen, ein Projekt oder eine Sache endlich fertigzustellen und uns keine Pause gönnen, merken wir meist schnell, dass etwas nicht in Balance ist. Achte daher auf das Gleichgewicht in deinem Leben – die Balance zwischen Anspannung und Entspannung. Experten raten nach rund 90 Minuten eine kleine Pause einzulegen - zwei, drei Minuten können hier schon helfen. Unterbrich kurz deine Arbeit, atme tief durch, steh auch gerne auf und beweg dich – versuche, den Kopf für einen Moment frei zu bekommen. Und achte darauf, dass du mehr Dinge tust, die dir Freude bereiten, als umgekehrt. Dein Energielevel ist wie ein Konto - auch wenn manche Menschen das nicht gerne hören oder ignorieren: es liegt an uns, ob nur abheben oder auch hin und wieder etwas einzahlen.

Ich hoffe, du konntest etwas für dich mitnehmen und hast ein paar Ideen und Impulse erhalten. Wenn du Fragen hast oder dir das Thema Überforderung näher ansehen möchtest, kontaktiere mich gern. Ich freue mich über deine Nachricht und auch über dein Feedback!


HERZ-liche Grüße,

Lisa

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